Wenn du tropisches Grün magst, kannst du einfach einen Avocadokern pflanzen und deinen eigenen Avocadobaum anbauen. Was aber, wenn nichts wächst? Wir erklären, woran das liegen kann.

In unseren Gemüsekörben ist die Avocado (Persea americana) fast immer zwischen Tomaten und Gurken zu finden. Während das Fruchtfleisch dieser exotischen Frucht unseren Tellern Geschmack verleiht, können wir aus ihren großen Samen kleine Avocadobäume züchten, die dann auf der Fensterbank eine tropische Atmosphäre verleihen. Avocadokerne können in Wasser gepflanzt oder verwurzelt werden – beides beliebte Methoden, die aber auch zu einigen Fehlzündungen führen können.

Zugegeben, es braucht viel Geduld, bis der Kern zu keimen beginnt – es kann einige Wochen oder Monate dauern. Außerdem können nicht alle Samen Triebe und Wurzeln entwickeln. Aber wenn man die folgenden Fehler beim Pflanzen von Avocados vermeidet, kann man ihre Chancen erhöhen.

Fehler 1: Den Avocadokern kopfüber in das Glas stellen oder in die Erde pflanzen

Haben Sie Ihren Avocadokern direkt in einen Blumentopf mit Erde oder mit Zahnstochern auf ein Glas Wasser gelegt und nichts passiert? In diesem Fall musst Du prüfen, ob die rechte Seite des Samens nach oben zeigt. Das liegt daran, dass es eine Oberseite hat, aus der später der Trieb geboren wird, und eine Unterseite, aus der die Wurzeln wachsen – es funktioniert nicht rückwärts. Daher sollte die Oberseite immer aus dem Land oder dem Wasser herausragen. Wenn der Samen oval ist, ist es einfach, die Ober- und Unterseite zu erkennen: Die spitze Seite sollte nach oben und die stumpfe Seite nach unten zeigen. Ist der Kern eher oval oder gar rund, ist die Unterseite auch gut daran zu erkennen, dass sie eine Art Bauchnabel oder Höcker aufweist.

Achte außerdem darauf, dass die Unterseite etwa ein Drittel ins Wasser ragt oder von Substrat umgeben ist und stelle die Avocado zum Keimen hin, am besten an einen hellen, warmen Ort.

Fehler 2: Den Wasserstand nicht regelmäßig kontrollieren und nicht nachfüllen

Feuchtigkeit spielt eine wichtige Rolle, wenn du eine neue Avocado aus einem Kern ziehen möchtest. Wie bei fast allen Samen verhindert Trockenheit, dass sie aufquellen und keimen. Daher sollte der Wasserstand überwacht und der Behälter regelmäßig nachgefüllt werden, damit der Kern immer in Kontakt mit dem Wasser ist. Idealerweise sollte das Wasser alle zwei bis drei Tage komplett gewechselt werden. Sobald Sie sich an einem Trieb mit kräftigen Blättern und ein paar Wurzeln erfreuen können, pflanzen Sie Ihren Mini-Avocadobaum vorsichtig in einen Blumentopf mit Blumenerde. Nur die Wurzeln sollten sich unter dem Substrat befinden.

Auch wenn du Avocados von Anfang an in Erde anbaust, musst du darauf achten, dass genügend Feuchtigkeit vorhanden ist – in einem ausgetrockneten Substrat wachsen keine Keime. Gießen Sie die Erde nach dem Einpflanzen des Avocadokerns leicht und halten Sie sie feucht, indem Sie sie regelmäßig mit Wasser besprühen. Es ist jedoch wichtig, die Stagnation des Wassers im Topf und damit die Bildung von Schimmel zu vermeiden.

Fehler 3: Mit einem Zahnstocher zu tief in den Kern stechen

Wenn du die Glas-Wasser-Methode bevorzugst, musst du darauf achten, dass die Kerne der Avocados nicht ertrinken. Damit die Samen nur zu einem Drittel tief im Wasser hängen, werden oft Zahnstocher verwendet und rund um den Kern als Stütze gepflanzt: etwa drei Zahnstocher auf Höhe der Samenmitte. Wenn man die Zahnstocher aber zu tief bohrt, kann man den Kern irgendwann so beschädigen, dass er nicht mehr keimen kann. Darüber hinaus bergen solche “Wunden” immer die Gefahr, dass Keime eindringen oder der Samen in diesem Bereich zu faulen beginnt. Schieben Sie Zahnstocher also nicht mehr als fünf Millimeter in den Avocadokern. Sie können es auch in eine spezielle Vase oder in einen Behälter mit einer schmaleren Öffnung stellen, so dass die Stäbchen nicht benötigt werden.